Am 1. September 1886 wurde der Grasshopper Club Zürich nach dem FC St. Gallen als zweiter Fussballklub der Schweiz ins Leben gerufen. Ein englischer – wie könnte es anders sein – Student war der Initiant. Warum er ausgerechnet einen Grashüpfer zum Namensgeber für den neuen Verein aussuchte, ist bis heute ungeklärt. Es wird angenommen, dass der Engländer von der Sprungkraft des Insekts besonders angetan war. Als Vereinsfarben wurden in Anlehnung an das Stadtwappen Blau und Weiss dem Grün des Grashüpfers aber vorgezogen.

GC war von Beginn an sehr erfolgreich. 1898 gewannen die Zürcher die erste Schweizer Meisterschaft, die damals noch im Cup-System ausgetragen wurde. Zwei Jahre später holte GC dann den ersten Meisterpokal, der nach dem Punktesystem ausgespielt wurde. Nach drei weiteren Meistertiteln triumphierten die Zürcher 1926 auch bei der ersten Austragung des Schweizers Cup.

In den Kriegsjahren gehörte der Grasshopper Club stets zu den Topteams und reihte einen Titelgewinn an den nächsten. 1949 stieg GC zum bisher einzigen Mal aus der höchsten Schweizer Spielklasse ab. Zwei Jahre später stiegen die Zürcher wieder auf und holten in der Aufstiegssaison sogleich das Double. Während GC in den 50er-Jahren immer ganz oben dabei war, gehörte der Traditionsklub in den 60er- und 70er-Jahren nicht regelmässig zu den Topklubs.

GC sorgt international für Furore

Ende der 70er-Jahre traten die Hoppers dann in ein «Goldenes Fussball-Zeitalter» ein. Nicht nur national, sondern auch auf der internationalen Bühne sorgte GC mit Spielern wie Heinz Hermann, Raimondo Ponte, Claudio Sulser oder Ruedi Elsener für Furore. Im Uefa Cup schafften die Zürcher 1978 die Qualifikation für den Halbfinal. Gegen Bastia fehlte wenig zum ganz grossen Coup. Nach dem 3:2 im Hinspiel verloren sie in Bastia mit 0:1. Dank der Auswärtstor-Regel zogen die Franzosen in den Final ein.

Nur ein Jahr später überraschte GC im Meistercup. Im Achtelfinal schaltete der Schweizer Meister das grosse Real Madrid aus, eine Runde später war der spätere Sieger Nottingham Forest allerdings eine Nummer zu gross: Aus im Viertelfinal. Mit 11 Treffern wurde Claudio Sulser immerhin Torschützenkönig. 1982 spielte GC im Europacup noch einmal gross auf. Im Uefa Cup eliminierten die Grasshopper erst den dänischen Verein Kjøbenhavns Boldklub, dann den FC Porto und schliesslich die AC Torino. Erst an der Hürde Sochaux bissen sich die Zürcher schliesslich die Zähne aus.

Meistertitel und Cupsiege sammelte GC in den 80er- und 90er-Jahren unter Hennes Weisweiler, Miroslav Blažević, Timo Konietzka, Kurt Jara, Ottmar Hitzfeld und Oldrich Svab fleissig weiter. Doch nicht überall übernahmen die Zürcher eine Vorreiterrolle. Als letzter NLA-Klub lief GC in der Saison 1985/86 mit einem Trikotsponsor auf. Über Jahre hinweg war das orange Nissan-Logo auf der Brust ein fester Begleiter.

Historische Siege in der Champions League

1992 musste GC trotz der Unterstützung von Mäzen Werner H. Spross - 18 Millionen Franken soll er in den Klub gesteckt haben - das Budget kürzen. Die Spieler mussten Lohneinbussen in Kauf nehmen, gespart wurde aber nicht. Nach dem gescheiterten Engagement von Startrainer Leo Beenhakker - die ganze Schweizer belächelte das Starensemble um Alain Sutter, Ciriaco Sforza und Giovane Elber, als es in die Abstiegsrunde 1992 musste - verpflichteten die Grasshoppers Christian Gross als neuen Coach. Ein absoluter Glücksgriff. Unter dem Zürcher qualifizierte sich GC zweimal in Folge für die Gruppenphase der Champions League. Gegen Real Madrid, Ajax Amsterdam und Ferencvaros Budapest musste das Team um Kubilay Türkyilmaz, Nestor Subiat und Murat Yakin in der Saison 1995/96 noch Lehrgeld zahlen.

Ein Jahr später trumpften die Hoppers aber gross auf. Nach dem 3:0-Heimsieg gegen die Glasgow Rangers gewannen die Zürcher sensationell bei Ajax Amsterdam. Den einzigen Treffer beim 1:0-Sieg erzielte Murat Yakin mit einem Freistoss-Hammer aus rund 35 Metern. Trotz eines weiteren Triumphs gegen Auxerre verpassten die Hoppers schliesslich den Einzug in den Viertelfinal denkbar knapp.

1999 folgte schliesslich der grosse Umbruch. Der mittlerweile hochverschuldete Klub wurde von einer Schweizer Investorengruppe um Peter Widmer übernommen. Sportlich konnte der Klub auch dank Spielern wie Stéphane Chapuisat oder Richard Nunez mit den Meistertiteln 2001 und 2003 zwar nochmals Akzente setzen, doch der Verein lebte über seine Verhältnisse. Ohne die Millionen von finanzkäftigen Gönnern und Investoren wurde eine Neuausrichtung unausweichlich. Der einstige Nobelklub musste seine Strategie überdenken und wurde zum Ausbildungsklub, der auf die Jugend setzt.

Finanzielle Probleme, sportlicher Niedergang

Sportlich konnte GC mit der finanziell stärkeren Konkurrenz aus Basel und der eigenen Stadt nicht mehr mithalten. Immerhin konnte der Abstieg bis anhin stets vermieden werden. Für Schlagzeilen sorgten die Grasshoppers aber weiterhin. Meist jedoch unrühmliche: Im Herbst 2009 ging GC dem Betrüger Volker Eckel, der behauptete ein arabischer Kronprinz zu sein und den Zürchern 300 Millionen Franken in Aussicht stellte, auf den Leim. Im Frühling 2010 drohte GC, das seit dem Abbruch des Hardturm-Stadions 2007 im Letzigrund spielen muss, mit dem Wegzug aus der Stadt. Der Klub könne sich die Stadionmiete nicht mehr leisten. Nachdem ein Kompromiss mit der Stadt ausgehandelt wurde, blieb GC Zürich schliesslich doch treu.

Finanziell steht GC momentan nicht mehr so im Argen wie auch schon. Sportlich hat der Klub unter der strengen Finanzpolitik aber gelitten. Von den früheren Erfolgen kann der einstige Nobelklub nur noch träumen. Nach einem miserablen Saisonstart kämpft das stolze GC auch in dieser Saison wohl wieder gegen den Abstieg.


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